Google My Business, Immoscout, WEG-Portale: Wo Eigentümer nach Verwaltern suchen
Die meisten Eigentümer suchen — und finden Sie nicht
Ein Eigentümer in München möchte seine Hausverwaltung wechseln. Er öffnet Google, tippt „Hausverwaltung München WEG" und bekommt eine Ergebnisseite. Ganz oben: drei Google-Ads-Anzeigen. Darunter: die Google-Maps-Ergebnisse mit drei lokalen Verwaltungen. Dann: die organischen Suchergebnisse.
Wenn Ihre Verwaltung in keinem dieser drei Bereiche auftaucht, existieren Sie für diesen Eigentümer nicht. So einfach ist das. Er wird nicht auf Seite zwei von Google scrollen. Er wird nicht auf der Website des VDIV nach einem Verwalter in seiner Nähe suchen. Er wird eine der ersten drei bis fünf Verwaltungen kontaktieren, die er sieht. Und wenn Sie dort nicht stehen, geht die Anfrage an jemand anderen.
Dieser Artikel zeigt, auf welchen Plattformen Eigentümer tatsächlich nach Verwaltungen suchen, wie Sie dort sichtbar werden und welche Kanäle sich für welchen Verwaltungstyp lohnen.
Google My Business: Der wichtigste Eintrag, den Sie pflegen können
Bevor ein Eigentümer Ihre Website besucht, sieht er Ihr Google-Unternehmensprofil. Es erscheint in den Google-Maps-Ergebnissen, bei lokalen Suchanfragen und als Wissensbox rechts neben den Suchergebnissen. Und es ist kostenlos.
Die vollständige Checkliste mit allen Prüfpunkten steht Ihnen als kostenloser Download zur Verfügung — siehe Download-Bereich am Ende dieses Artikels.
Was vollständig ausgefüllt sein muss:
Firmenname (exakt wie im Handelsregister oder Gewerbeanmeldung)
Adresse mit korrekter Zuordnung auf der Karte
Telefonnummer (die, unter der jemand abhebt)
Website-URL
Öffnungszeiten (realistisch — nicht 8-18 Uhr, wenn ab 16 Uhr niemand mehr da ist)
Kategorie: „Hausverwaltung" als Hauptkategorie, ggf. „Immobilienverwaltung" als Nebenkategorie
Leistungsbeschreibung: 750 Zeichen, die konkret beschreiben, was Sie verwalten und wo
Was den Unterschied macht:
Fotos. Profile mit Fotos bekommen laut Google 42 Prozent mehr Wegbeschreibungsanfragen und 35 Prozent mehr Klicks auf die Website. Laden Sie Bilder Ihres Büros, Ihres Teams und der von Ihnen verwalteten Objekte hoch. Keine Stockfotos.
Beiträge. Google My Business hat eine Beitragsfunktion. Sie können kurze Updates posten — vergleichbar mit einem Social-Media-Post. „Wir haben Kapazitäten für zwei neue WEG-Anlagen in Berlin-Mitte." „Unsere Jahresabrechnungen 2025 sind versandt." Das signalisiert Aktivität und Professionalität.
Bewertungen. Hier wird es ernst. Eigentümer lesen Bewertungen. Nicht alle, aber die Sterne-Durchschnittsnote und die ersten zwei bis drei Kommentare. Bitten Sie zufriedene Beiratsvorsitzende und Eigentümer aktiv um eine Google-Bewertung. Nicht per Massenmail, sondern persönlich nach einem erfolgreichen Projekt oder einer gelungenen Versammlung.
Auf Bewertungen antworten. Immer. Auch auf negative. Sachlich, nicht defensiv, nicht oberlehrerhaft. „Vielen Dank für Ihr Feedback. Wir bedauern, dass Sie mit der Reaktionszeit unzufrieden waren. Wir haben inzwischen unsere internen Prozesse angepasst und bieten Ihnen gerne ein persönliches Gespräch an." Das liest nicht nur der Bewerter. Das lesen alle, die danach Ihr Profil aufrufen.
Immobilienportale: Immoscout, Immowelt & Co.
ImmobilienScout24 und Immowelt sind primär Vermietungs- und Verkaufsplattformen. Aber sie haben auch Verwalterverzeichnisse, die Eigentümer nutzen — insbesondere solche, die bereits auf der Plattform unterwegs sind, weil sie eine Wohnung kaufen oder verkaufen.
Alle Prüfpunkte als druckbare PDF-Checkliste finden Sie im Download-Bereich unten.
ImmobilienScout24 bietet einen Profilbereich für Hausverwaltungen. Sie können ein Firmenprofil anlegen, Ihre Leistungen beschreiben und Referenzen angeben. Der Vorteil: ImmobilienScout hat enormen Traffic. Wenn ein Eigentümer dort nach „Hausverwaltung Berlin" sucht, haben Sie Sichtbarkeit auf einer Plattform, die er ohnehin nutzt.
Immowelt hat ein vergleichbares Angebot, allerdings mit geringerer Reichweite. Trotzdem: Wenn Ihre Zielgruppe überregional sucht oder Sie in einem Markt mit wenig Wettbewerb agieren, ist ein Profil dort sinnvoll.
Die Grenzen dieser Portale: Eigentümer, die gezielt eine Verwaltung suchen, beginnen selten auf ImmobilienScout. Die Portale funktionieren eher als zusätzlicher Touchpoint — nicht als primärer Akquisekanal. Investieren Sie zuerst in Google My Business und Ihre eigene Website, bevor Sie Geld für Premium-Profile auf Immobilienportalen ausgeben.
WEG-Verwalterportale und Branchenverzeichnisse
Es gibt spezialisierte Verzeichnisse, die Eigentümer nutzen, um einen Verwalter zu finden. Die wichtigsten:
Tipp: Laden Sie sich die Checkliste herunter und haken Sie jeden Punkt bei der nächsten Umsetzung ab.
hausverwalter-suche.de — eine der meistgenutzten Suchplattformen für Hausverwaltungen in Deutschland. Eigentümer können nach Region, Verwaltungsart und Unternehmensgröße filtern. Ein Basisprofil ist kostenlos, erweiterte Profile mit Bewertungen und Hervorhebung kosten ab ca. 30 Euro monatlich.
VDIV-Verwaltersuche — der Verband der Immobilienverwalter Deutschland e.V. bietet auf seiner Website eine Verwaltersuche für Mitglieder. Wer Mitglied ist, sollte sein Profil dort vollständig pflegen. Eigentümer, die über den VDIV suchen, sind tendenziell informierter und anspruchsvoller.
Landesverbände und IHK. Manche Landesverbände haben eigene Verwalterverzeichnisse. Die IHK führt ebenfalls Listen zugelassener Verwalter nach § 34c GewO. Diese Quellen werden seltener direkt von Eigentümern genutzt, tauchen aber in Google-Suchergebnissen auf.
wohnung.de, mieterbund-verzeichnisse und kommunale Plattformen — je nach Region existieren lokale Plattformen, die Eigentümer nutzen. Recherchieren Sie, welche Verzeichnisse in Ihrer Stadt oder Ihrem Bundesland relevant sind.
Die Grundregel: Jedes Verzeichnis, in dem Sie gelistet sind, sollte konsistente Informationen enthalten. Gleicher Firmenname, gleiche Adresse, gleiche Telefonnummer. Inkonsistenzen verwirren nicht nur Eigentümer, sondern schaden auch Ihrem Google-Ranking.
Social Media: Lohnt sich das für Hausverwaltungen?
Die ehrliche Antwort: Es kommt darauf an. Die meisten Eigentümer suchen nicht auf Instagram oder Facebook nach einer Hausverwaltung. Aber Social Media kann als Verstärker funktionieren — wenn Sie wissen, wofür.
Die passende Vorlage können Sie als Word-Dokument herunterladen — mit allen Platzhaltern zum Ausfüllen. Siehe Downloads am Ende.
LinkedIn ist der relevanteste Kanal für Hausverwaltungen. Hier erreichen Sie Eigentümer, Beiräte, Makler und potenzielle Geschäftspartner. Teilen Sie Fachartikel, Einblicke in Ihre Arbeit, Positionierungen zu Branchenthemen. Nicht täglich, aber regelmäßig. Ein Post alle zwei Wochen reicht, wenn er substanziell ist.
Facebook kann lokal funktionieren, insbesondere über lokale Gruppen. In vielen Städten gibt es Facebook-Gruppen für Wohnungseigentümer, Vermieter oder Immobilieninteressierte. Dort können Sie als fachkundiger Teilnehmer in Erscheinung treten — nicht als Werbetreibender.
Instagram lohnt sich für die wenigsten Verwaltungen. Es sei denn, Sie haben einen besonderen visuellen Aspekt — etwa die Verwaltung denkmalgeschützter Objekte oder einen besonders modernen, designorientierten Auftritt.
Der häufigste Fehler: Einen Social-Media-Kanal eröffnen und dann drei Wochen lang nichts posten. Ein verwaistes Profil wirkt unprofessioneller als gar kein Profil. Wenn Sie Social Media machen, machen Sie es regelmäßig. Wenn Sie die Kapazität nicht haben, lassen Sie es.
Praxisbeispiel: Die Verwaltung, die Google Maps zur Hauptakquisequelle machte
Eine Verwaltung in einer Großstadt mit 1.800 Einheiten hatte kein Marketingbudget und keine Zeit für Social Media. Der Geschäftsführer investierte stattdessen eine Stunde pro Monat in sein Google-My-Business-Profil: Fotos aktualisieren, einen Beitrag schreiben, auf Bewertungen antworten.
Er bat nach jeder erfolgreichen Eigentümerversammlung den Beiratsvorsitzenden persönlich um eine Google-Bewertung. Innerhalb von 18 Monaten sammelte das Profil 28 Bewertungen mit einem Durchschnitt von 4,7 Sternen.
Das Ergebnis: Das Profil erschien bei lokalen Suchanfragen konsistent in den Top drei der Google-Maps-Ergebnisse. Monatlich klickten 60 bis 80 Personen auf die Website oder riefen direkt an. Zwei bis drei Anfragen pro Monat kamen ausschließlich über Google Maps — ohne einen Cent Werbebudget.
Der Geschäftsführer kommentierte: „Ich habe vorher nie verstanden, warum Leute mir sagen, sie hätten mich auf Google gefunden. Jetzt verstehe ich es — weil ich dort endlich sichtbar bin."
Bezahlte Werbung: Google Ads für Hausverwaltungen
Google Ads können sinnvoll sein, insbesondere wenn Sie in einem wettbewerbsintensiven Markt schnell Sichtbarkeit brauchen. Die Klickpreise für „Hausverwaltung + Stadt" liegen je nach Region zwischen 3 und 15 Euro. Das bedeutet: Für 300 Euro monatlich bekommen Sie 20 bis 100 Klicks auf Ihre Website.
Wann sich Google Ads lohnen: Wenn Sie gerade starten und noch keine organische Sichtbarkeit haben. Wenn Sie kurzfristig Kapazitäten aufbauen und neue Objekte akquirieren wollen. Wenn Sie in einem Markt mit vielen Wettbewerbern schnell sichtbar werden müssen.
Wann sie sich nicht lohnen: Wenn Ihre Website Besucher nicht konvertiert (kein klares Angebot, kein Kontaktformular, kein Vertrauensaufbau). Dann zahlen Sie für Klicks, die ins Leere laufen.
Die wichtigste Regel: Messen Sie den Erfolg. Nicht Klicks, sondern Kontaktanfragen. Wenn Sie 300 Euro ausgeben und eine Anfrage bekommen, die zu einem WEG-Mandat mit 200 Euro monatlichem Honorar führt, hat sich die Investition in zwei Monaten amortisiert.
Sichtbarkeit ist keine Frage des Budgets, sondern der Konsequenz. Pflegen Sie die Kanäle, die Ihre Eigentümer nutzen — und tun Sie es regelmäßig. Eine Stunde pro Monat für Google My Business bringt mehr als eine einmalige Anzeige für 5.000 Euro.
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