DATEV-Export fehlerfrei: SKR-14-Kontenrahmen, Exportformate, Prüfroutinen
Der DATEV-Export als Nadelöhr zwischen Verwaltung und Steuerberater
Am Ende jedes Monats — spätestens aber am Quartals- oder Jahresende — steht in den meisten Hausverwaltungen derselbe Vorgang: Die Buchungsdaten müssen zum Steuerberater. Und in den allermeisten Fällen heißt das: DATEV-Export.
Was wie eine Routine klingt, ist in der Praxis eine Fehlerquelle erster Güte. Falsche Kontenrahmen, fehlende Gegenkonten, doppelte Buchungen, abweichende Umsatzsteuer-Kennzeichen — die Liste der Stolperfallen ist lang. Jeder Fehler, der im Export nicht auffällt, landet beim Steuerberater, der ihn zurückschickt, nachfragt oder — schlimmer — stillschweigend korrigiert und Ihnen die Stunden in Rechnung stellt.
Dieser Artikel zeigt, wie Sie den DATEV-Export so aufsetzen, dass er beim ersten Mal stimmt.
Praktisch: Diese Pruefpunkte gibt es auch als ausfuellbare PDF-Checkliste -- siehe unten.
SKR-14: Der Kontenrahmen der Immobilienwirtschaft
In der Immobilienverwaltung ist der SKR-14 der Branchenstandard. Während der SKR-03 und SKR-04 für den allgemeinen Geschäftsverkehr gedacht sind, bildet der SKR-14 die spezifischen Geschäftsvorfälle der Immobilienwirtschaft ab: Mieteinnahmen nach Nutzungsart, Betriebskosten nach Umlagefähigkeit, Instandhaltung getrennt von Modernisierung.
Die vollständige Checkliste mit allen Prüfpunkten steht Ihnen als kostenloser Download zur Verfügung — siehe Download-Bereich am Ende dieses Artikels.
Die wichtigsten Kontenbereiche
| Kontenklasse | Bereich | Beispiele | |-------------|---------|-----------| | 0xxx | Anlagevermögen | Grundstücke, Gebäude, technische Anlagen | | 1xxx | Umlaufvermögen, Geldkonten | Bankkonten, Mietkautionen, Forderungen | | 2xxx | Eigenkapital, Rücklagen | Instandhaltungsrücklage (WEG) | | 3xxx | Verbindlichkeiten | Mietkautionen (Passivseite), Darlehen | | 4xxx | Aufwendungen | Betriebskosten, Instandhaltung, Verwaltung | | 5xxx | Weitere Aufwendungen | Grundsteuer, Versicherungen | | 8xxx | Erträge | Mieteinnahmen Wohnung, Gewerbe, Stellplätze |
Warum der Kontenrahmen stimmen muss
Wenn Sie im SKR-14 buchen, Ihr Steuerberater aber den Export im SKR-03 erwartet, scheitert die Übernahme. Die Konten haben unterschiedliche Nummern, unterschiedliche Strukturen und teils unterschiedliche Systematiken. Die Abstimmung des Kontenrahmens muss vor dem ersten Export erfolgen — nicht danach.
Häufiger Fehler: Die Verwaltungssoftware verwendet hauseigene Konten, die nicht dem DATEV-Standard entsprechen. Der Export erzeugt dann Buchungssätze mit Kontonummern, die DATEV nicht kennt. Folge: Der Steuerberater muss manuell zuordnen.
Lösung: Legen Sie gemeinsam mit Ihrem Steuerberater einen verbindlichen Kontenplan fest. Ordnen Sie jedem Konto in Ihrer Software ein DATEV-Konto zu. Diese Zuordnungstabelle ist das Fundament jedes fehlerfreien Exports.
Diese Pruefpunkte koennen Sie als PDF-Checkliste herunterladen -- siehe Downloads am Ende.
Mandantentrennung: Ein Export pro Eigentümer
In der WEG-Verwaltung ist jede Eigentümergemeinschaft ein eigener Mandant beim Steuerberater. In der Mietverwaltung kann jeder Eigentümer ein separater Mandant sein — oder mehrere Objekte werden unter einem Mandanten zusammengefasst.
Alle Prüfpunkte als druckbare PDF-Checkliste finden Sie im Download-Bereich unten.
Entscheidend: Die Mandantenstruktur in Ihrer Software muss zur Mandantenstruktur beim Steuerberater passen. Wenn der Steuerberater pro WEG eine eigene Mandantennummer führt, muss Ihr Export pro WEG eine eigene Datei erzeugen — mit der richtigen Mandantennummer im Dateikopf.
Praxistipp: Fordern Sie vom Steuerberater eine Liste aller Mandantennummern an und hinterlegen Sie diese in der Software. Ein falsch zugeordneter Mandant im Export bedeutet: Alle Buchungen landen im falschen Datenbestand.
Exportformate: DATEV-CSV, ASCII und Buchungsstapel
DATEV bietet mehrere Importformate an. In der Hausverwaltung sind drei relevant:
Tipp: Laden Sie sich die Checkliste herunter und haken Sie jeden Punkt bei der nächsten Umsetzung ab.
DATEV-CSV (Buchungsstapel)
Das Standardformat für den Datenaustausch. Eine CSV-Datei mit fest definierter Spaltenstruktur: Umsatz, Soll/Haben, Konto, Gegenkonto, Belegdatum, Buchungstext, Umsatzsteuer-Schlüssel und weitere Felder.
Vorteile: Weit verbreitet, von nahezu jedem Steuerberater akzeptiert, maschinenlesbar.
Tücken: Die Spaltenreihenfolge und -formatierung ist exakt vorgeschrieben. Ein fehlendes Semikolon oder ein falsches Datumsformat (DD.MM.YYYY statt YYYYMMDD) reicht, um den Import zum Scheitern zu bringen.
Die passenden Arbeitsmaterialien stehen Ihnen im Download-Bereich kostenlos zur Verfuegung.
ASCII-Format
Älteres Format, das noch in einigen Kanzleien im Einsatz ist. Feste Feldlängen statt Trennzeichen. Weniger flexibel, aber robust.
Buchungsstapel über DATEV Unternehmen online
Wenn Ihr Steuerberater DATEV Unternehmen online nutzt, können Sie Buchungen und Belege direkt über die Cloud-Plattform austauschen. Das spart den Umweg über Dateien, erfordert aber eine einmalige Einrichtung der Schnittstelle.
Empfehlung: Klären Sie mit dem Steuerberater, welches Format er bevorzugt. Testen Sie den Import mit einem kleinen Datenbestand, bevor Sie den ersten produktiven Export schicken.
Prüfroutinen vor dem Export
Ein DATEV-Export ohne Prüfung ist wie eine Betriebskostenabrechnung ohne Belegeinsicht — es funktioniert, bis jemand genau hinschaut. Bauen Sie folgende Prüfungen fest in Ihren Monatsabschluss ein:
Die passende Vorlage können Sie als Word-Dokument herunterladen — mit allen Platzhaltern zum Ausfüllen. Siehe Downloads am Ende.
Tipp: Scrollen Sie zum Download-Bereich fuer alle Vorlagen und Checklisten zu diesem Thema.
1. Summenabgleich
Vergleichen Sie die Summe aller Buchungen im Export mit der Summe in Ihrer Software. Stimmen die Beträge nicht überein, fehlen Buchungen oder sind welche doppelt.
Konkret: Die Software zeigt für den Monat März Mieteinnahmen von 84.500 EUR. Der Export-Bericht weist 83.200 EUR aus. Differenz: 1.300 EUR. Ursache: Zwei Zahlungseingänge vom 31. März wurden nach dem Exportzeitraum verbucht.
2. Doppelte Buchungen
Prüfen Sie, ob Buchungssätze doppelt im Export enthalten sind. Das passiert, wenn ein Export zweimal angestoßen wird, ohne dass der erste gelöscht wurde, oder wenn stornierte und neu gebuchte Vorgänge beide im Export erscheinen.
3. Fehlende Gegenkonten
Jede Buchung braucht ein Konto und ein Gegenkonto. Fehlt das Gegenkonto, wird der Buchungssatz beim Import abgelehnt. Typisch: Zahlungseingänge, die auf dem Bankkonto verbucht wurden, aber kein Mietforderungskonto als Gegenkonto haben.
Alle Arbeitshilfen zu diesem Artikel finden Sie gebuendelt im Download-Bereich am Ende.
4. Umsatzsteuer-Kennzeichen
In der Immobilienwirtschaft gibt es drei USt-Szenarien: steuerfrei (Wohnungsmieten nach §4 Nr. 12a UStG), steuerpflichtig (gewerbliche Vermietung mit Option nach §9 UStG) und gemischte Objekte. Jeder Buchungssatz muss das korrekte USt-Kennzeichen tragen.
Häufiger Fehler: Wohnungsmieten mit 19 Prozent USt exportiert. Das erzeugt beim Steuerberater eine Vorsteuer-Differenz, die manuell korrigiert werden muss.
5. Belegverknüpfung
Idealerweise ist jeder Buchungssatz mit einem Beleg verknüpft — Rechnung, Kontoauszug, Vertrag. DATEV Unternehmen online ermöglicht die digitale Belegübergabe zusammen mit den Buchungen. Ohne Belegverknüpfung muss der Steuerberater die Belege separat anfordern.
Die zehn häufigsten DATEV-Export-Fehler
Aus der Praxis hundert Hausverwaltungen destilliert — diese Fehler sehen Steuerberater am häufigsten:
Falsche Mandantennummer. Buchungen landen im falschen Datenbestand.
Falscher Kontenrahmen. SKR-14-Konten werden in einen SKR-03-Mandanten importiert.
Fehlende Periodenzuordnung. Buchungen ohne Belegdatum oder mit Datum außerhalb des Exportzeitraums.
Doppelte Buchungsnummern. Zwei verschiedene Buchungssätze mit derselben Belegnummer.
USt-Kennzeichen fehlt oder falsch. Wohnungsmieten mit 19 Prozent, Gewerbe ohne USt.
Stornobuchungen nicht enthalten. Die Originalbuchung ist im Export, die Stornierung nicht.
Rundungsdifferenzen. Cent-Abweichungen bei der USt-Berechnung.
Buchungstext zu lang. DATEV akzeptiert maximal 60 Zeichen im Buchungstext. Längere Texte werden abgeschnitten.
Zeichenkodierung. Umlaute in Buchungstexten, die im Export als Sonderzeichen erscheinen (ä wird zu ä).
Exportzeitraum überlappt. Der Export für März enthält Buchungen, die bereits im Februar-Export enthalten waren.
Praxisbeispiel: Eine Verwaltung in Hamburg exportiert monatlich die Buchhaltung von 35 WEG-Mandanten. Vor der Einführung einer systematischen Prüfroutine lagen die Rückfragen des Steuerberaters bei durchschnittlich acht pro Monat — fast ausschließlich wegen fehlender Gegenkonten und falscher USt-Kennzeichen. Nach Einführung eines Prüflaufs (Summenabgleich, USt-Check, Gegenkonto-Prüfung) sank die Zahl auf eine Rückfrage pro Quartal. Die Zeitersparnis auf beiden Seiten: geschätzt vier Stunden pro Monat.
Der Monatsabschluss als Export-Ritual
Integrieren Sie den DATEV-Export in einen festen Monatsabschluss-Prozess. Nicht als Aufgabe, die irgendwann erledigt wird, sondern als definierter Ablauf mit Termin und Verantwortlichkeit.
Empfohlener Ablauf:
Bis zum 5. des Folgemonats: Alle Zahlungseingänge des Vormonats sind zugeordnet. Offene Klärungsfälle sind dokumentiert.
Bis zum 7.: Sachliche und rechnerische Prüfung aller Eingangsrechnungen des Vormonats abgeschlossen.
Bis zum 10.: Monatsabschluss in der Software: Summenprüfung, Saldenabstimmung, Kontenklärung.
Bis zum 12.: DATEV-Export erzeugen, Prüfroutinen durchlaufen, Export an den Steuerberater übermitteln.
Bis zum 15.: Rückfragen des Steuerberaters klären.
Dieser Zeitplan funktioniert für die meisten Verwaltungen. Bei sehr großen Beständen verschieben sich die Fristen um wenige Tage — aber die Struktur bleibt.
MieterOS Integration: MieterOS exportiert im DATEV-Standard. Unter Finanzen → DATEV-Export wählen Sie Zeitraum und Mandant — das System prüft automatisch auf Konsistenz. Fehlende Gegenkonten, doppelte Buchungen und USt-Abweichungen werden vor dem Export angezeigt. Die Zuordnungstabelle zwischen MieterOS-Konten und DATEV-Konten pflegen Sie unter Einstellungen → Buchhaltung → Kontenrahmen. Der Export erfolgt als DATEV-CSV oder direkt über die Schnittstelle zu DATEV Unternehmen online.
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